PM BLOG

Digitalisierung braucht Risikomanagement

07. April 2017 By In Prozesse 0 Kommentar
Artikel bewerten
(2 Stimmen)

Fotolia 131743147 SDie digitale Revolution ist in vollem Gange. Überall nutzen Unternehmen Big Data, um sich im immer schneller werdenden Wettbewerb zu behaupten. Doch die gigantischen Datenmengen bergen nicht nur Vorteile - überlastete Systeme oder gar Cyberkriminalität sind die Probleme von heute. Ein effizientes Risikomanagement wird damit unerlässlich. Es spart nicht nur bares Geld sondern findet auch Potentiale für die Zukunft von modernen Organisationen. Doch dafür muss es erst lernen, mit den neuen Umständen umzugehen.

Es ist geschafft. Die neue IT-Architektur läuft und versorgt das ganze Unternehmen fleißig mit Daten. Der Einkauf untersucht gerade die unterschiedlichen Lieferanten auf ihre Qualitätsmerkmale, die Produktion orientiert sich am fertigen 3D-Modell und der Vertrieb geht auf Kundenfang im Internet. Alle Abteilungsleiter können den Produktionsprozess in seinen kleinsten Schritten am Monitor ganz transparent nachverfolgen. Es scheint, als würde alles optimal funktionieren.

Doch plötzlich hängt das System. Bildschirme flackern und der Mauszeiger will sich nicht vom Fleck bewegen. Langsam aber sicher kommen die Führungspersonen ins Schwitzen – so hatten sie sich das Paradies der Digitalisierung nicht vorgestellt. Aus der IT-Abteilung kommt schließlich die Nachricht: Server-Crash, vermutlich ein Virus.

Wer hier keinen Plan B hat, ist verloren. Aber wie konnte es überhaupt dazu kommen? Sollte nicht eigentlich das Risikomanagement solche Szenarien penibel vorbereiten? Eigentlich schon – wenn es denn ganzheitlich in die Umstellung auf Industrie 4.0 integriert worden wäre.

So schön die Vorteile der Digitalisierung auch sein mögen, eine Umstellung erfordert genauste Planung. Die digitale Revolution bringt schließlich nicht nur Chancen, sondern auch Risiken mit sich.

Potentiale des Risikomanagements

Ein gutes Chancen- und Risikomanagement ist das Rückgrat eines Unternehmens. Es erkennt die Auswirkungen, positiv wie negativ, die verschiedene Aktionen auf die Organisation nehmen. Zum einen entsteht dadurch der Vorteil, dass Negativpotential frühzeitig erkannt und damit verhindert werden kann. Strategische, finanzielle oder operationale Risiken werden damit minimiert. Zum anderen sieht es auch Möglichkeiten für das Unternehmen – beispielsweise Marktlücken oder Verbesserungsmöglichkeiten im Produktionsablauf. Je nach Ergebnis spart es der Organisation also Geld oder vervielfacht es.

Wichtig ist, dass Risiken nicht nur negativ gedeutet werden. Wer Scheuklappen anlegt und nur nach Nachteilen sucht, verpasst Chancen auf dem Markt. Wie bei der Digitalisierung auch: Sie macht zwar vieles auf den ersten Blick komplexer und womöglich komplizierter, birgt bei der richtigen Umsetzung jedoch großes Potential für das Unternehmen.

Chancen- und Risikomanagement ist also elementarer Bestandteil der Revolution Industrie 4.0. Wer mit vielen Daten arbeiten will, muss sich vor der Umstellung aller Ausgänge seines Vorhabens bewusst sein. Idealerweise sind die Experten dafür schon in den Planungsprozess eingebunden, damit Cyberkriminelle wie im Szenario oben keine Chance haben.

Veränderung muss her

Klar ist, dass das alte Risikomanagement mit den schnellen Abläufen der Digitalisierung nicht mithalten kann. Innovation macht auch davor nicht halt. Das Selbstverständnis des früheren „Risikobuchhalters“ muss sich zum echten Risikomanager wandeln. Das bedeutet, dass sich seine Tätigkeit immer mehr in die eines Beraters der Unternehmensleitung entwickelt. Durch die große Transparenz, die Industrie 4.0 mit sich bringt, ist die Chefetage besonders gefragt. Der Experte darf aufgrund seiner kritischen Arbeit also nicht in seinem Kämmerlein verweilen, sondern muss sich aktiv in die Unternehmung einbringen.

Aber nicht nur das Rollenverständnis der Risikomanager ändert sich. Gerade weil so viele Informationen ausgewertet werden müssen, brauchen sie auch entsprechende Werkzeuge, um damit umzugehen. Exponentiell wachsende Datenberge sind nur schwer mit einer simplen Excel-Tabelle zu überblicken. Der Mensch ist einfach nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge in so einer Fülle zu erfassen. Ein Datenbanksystem, das mittels Automatisierung einen Teil der Arbeit übernimmt, ist also unerlässlich. Natürlich muss dies in die neue IT-Architektur integriert werden, damit eine ganzheitliche Betrachtung erst möglich ist. Investiert ein Unternehmen in eine neue Struktur, darf der Risikomanager nicht vergessen werden. Er muss lernen, mit den Daten umzugehen.

Das fordert auch die ISO 9001, die eigentlich für das Qualitätsmanagement Richtlinien vorgibt. Zwar gibt es darin keine speziellen Anforderungen an „Vorbeugungsmaßnahmen“, dennoch werden sie in das Qualitätsmanagementsystem integriert. Vielmehr gibt die Norm den Unternehmen die Freiheit, sich selbst über Chancen und Risiken bewusst zu werden. Für eine Zertifizierung ist es dennoch unbedingt notwendig. Auch das Handelsgesetz verlangt im Paragraph 317 Abs. 4 nach einem Überwachungssystem.

Vorteile eines digitalisierten Risikomanagements

Big Data ist nicht nur für den Einkauf oder das Qualitätsmanagement nützlich. Auch ein Überwachungssystem kann davon profitieren. Selbst wenn riesige Datenmengen Probleme im Unternehmen hervorrufen können – die Fähigkeit, sie zu analysieren, birgt viele Möglichkeiten für Risikomanager.

Wer es schafft, die komplexen Zusammenhänge unter Zeitdruck zu erfassen, wird nicht nur Negativpotenzial, sondern auch Chancen für die Zukunft erkennen:

  • Veränderungen im Kundenverhalten würden mit einer effektiven Auswertung früher und genauer erkannt.
  • Bisher unbekannte Risiken tauchen auf und deren Eintreten kann effektiv verhindert werden.
  • Customer Experience profitiert, da der Betrieb ohne große Issues läuft.
  • Das Qualitätsmanagement erfüllt alle Vorgaben der ISO 9001 und kann ganzheitlich arbeiten.
  • Das Vertrauen und die Expertise der Mitarbeiter steigt, weil sie immer adäquat auf den Ernstfall vorbereitet werden.
  • Die Unternehmensführung bleibt entspannt, weil die Transparenz durch das Risikomanagement noch stärker ausgeprägt ist. Sie weiß immer über alles Bescheid.

Neben all den digitalen Komponenten darf die menschliche Seite trotzdem nicht vernachlässigt werden. Ein Datenbanksystem kann unmöglich allein arbeiten. Vielmehr braucht es Experten, die es bedienen. Um die entsprechenden Daten aufzunehmen, müssen in sämtlichen Systemen Schnittstellen erkannt und eingepflegt werden. Sind diese nur ungenau definiert, dringen womöglich falsche oder zu viele Informationen ins System ein und verfälschen die Ergebnisse. Außerdem können Risiken verfälscht interpretiert und dargestellt werden. Ein Experte, in vielen Unternehmen der CRO, kann auf seine Erfahrung zurückgreifen und ein Risiko effizient managen.

Wer auf der Welle der Digitalisierung in Richtung Industrie 4.0 mitreiten will, muss sich vor allem um die Chancen und Risiken Gedanken machen. Der Umgang mit gigantischen Datenmengen ist nicht leicht, bringt aber bei richtiger Anwendung ungeahnt viele Vorteile. Ein gutes, digitalisiertes und optimiertes Chancen- und Risikomanagement kann dabei helfen, die Probleme einzudämmen und sie womöglich sogar in Möglichkeiten für die Zukunft umwandeln. Die ABSC GmbH bietet dafür weitere Informationen. (niw)

Gelesen 998 mal Letzte Änderung am Freitag, 07 April 2017 15:03
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

Webseite: www.absc.de eMail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Einen Kommentar verfassen

0 Zeichen Beschränkung
Dein Text sollte mehr als 20 Zeichen lang sein
Nutzungsbedingungen.
  • Keine Kommentare gefunden
Aktuelle Seite: Home Themenbereiche Prozesse Digitalisierung braucht Risikomanagement