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Potentiale der Digitalisierung nutzen

02. Februar 2017 By In Prozesse 0 Kommentar
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Digitalisierung ist für viele Unternehmen ein zentraler Begriff! Dabei handelt es sich nicht nur um ein Projekt, dass durch die IT mal soeben durchgeführt werden soll.  Nein, dabei handelt es sich um eine essentielle Veränderung, die auf Unternehmen zukommt und auf deren Herausforderungen sie sich vorbereiten müssen. Die Digitalisierung wirkt sich dabei in verschiedenen Bereichen aus. 

 

Geschäftsmodell

Kodak hat die Digitalfotografie erfunden, aber ist heute aber nicht mehr auf dem Markt. Sie haben das Thema Digitalisierung nicht weiterverfolgt und sind vom Wettbewerb verdrängt worden. Diese Firma gibt es nicht mehr. Man hat die Auswirkung der Digitalisierung auf das Geschäftsmodell nicht erkannt und völlig falsche Produktstrategie verfolgt. Betrachten wir Facebook, das für rund eine Milliarde User kostenfreie Dienste zur Verfügung stellt. Die Bezahlung, die Währung in der wir für diesen Service bezahlen heißt: Daten. Große Datenmengen werden anwerbende Firmen verkauft und somit das Geld verdient. Dies ist ein Geschäftsmodell, das sich aus der Digitalisierung ergeben hat.

Digitale Produkte und Leistungen

Herr Bell hat vor einem guten Jahrhundert erfunden: Das gute alte Festnetztelefon. Allerdings wird es jetzt langsam ersetzt. Warum brauche ich denn heute ein Festnetztelefon? Was für einen Nutzen liefert mir ein solches Produkt. Mit seiner Hilfe kann ich andere Teilnehmer anrufe. Also nichts anderes als ein Kommunikationsmittel, das über eine elektronische Verbindung mit anderen Teilnehmern in Kontakt treten kann. Diese Leistung kann allerdings genauso gut über eine Software (bspw. Skype) erbracht werden. Diese kann auf einem beliebigen Endgerät (Tablet, Computer, etc.) installiert werden. Somit wird unser altbekanntes Produkt mittel- bis langfristig durch Software ersetzt.
Störungsbeseitigung in technischen Geräten, Gebäuden, Produktionsmaschinen, etc. ist in vielen Bereichen noch durch manuelle Wartungsvorgänge geprägt. Es tritt eine Störung auf. Ein Techniker fährt dort hin, ermittelt den Schaden, besorgt die notwendigen Ersatzteile und fährt ein zweites Mal dorthin, um dann letztlich die Reparatur durchzuführen. Dieser Aufwand kann durch eine intelligente Sensorik vom Ablauf und Aufwand her erheblich reduziert werden. Ist der Sensor intelligent genug, dann wird er aufgrund von Erfahrungswerten mögliche Fehler vor dem Auftreten bereits erkennen, die notwenigen Ersatzteile rechtzeitig bestellen. Der Techniker wechselt das Bauteil, bevor der Fehler auftritt. Damit ist die Verfügbarkeit des Endgerätes nachhaltig gesichert.

Datenbasis

Die Erhebung von Daten entlang der Geschäftsprozesse in einem Unternehmen, ist ein Muss im Rahmen der Digitalisierung. Dazu gehört die Auswertung von internen Prozessen, des Kundenverhaltens sowie die Lieferantenperformance. Die Daten zu verdichten und auf Basis der Datenmenge die richtigen Geschäftsentscheidungen abzuleiten, ist das zentrale Nervensystem für die Organisation. Betrachten wir als ein Beispiel das Marketing: Henry Ford sagte damals zu seiner Werbung: „Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte.“. Mit der richtigen Datenbasis sind Ausgaben und deren Wirksamkeit besser messbar und Investitionen ins Marketing können gezielter erfolgen.

Ort der Leistungserbringung

Der Ort der Leistungserbringung, der Ort des Kunden und der Ort des Unternehmens sind absolut unabhängig. Inzwischen prägt sich auch das Berufsbild des „Digital Workers“. Dieser agiert absolut unabhängig vom klassischen Angestelltenverhältnis, oft in einem anderen Land und auf Basis auftragsbezogener Projekte. Die Wertschöpfungsketten von Organisationen sind durch eine klare Abfolge von Aufgaben definiert. Die Erbringung der Leistung erfolgt von einer Menge an Personen, die für diesen Aufgabenbereich spezialisiert sind. In einigen Bereichen kann man von starken Taylorismus sprechen. Dies stellt einen diametral gegenläufigen Trend zu den bisherigen Managementmethoden dar. Als Beispiele sind Jobenrichment oder Jobrotation zu nennen. Die Aufgaben, die Führungskräfte haben, ist die Wertschöpfungskette zu verantworten, während entlang dieser disloziert die Leistung von unterschiedlichen, örtlich voneinander getrennten, Teams erbracht wird.

Schnittstellen der Organisation nach außen (Kunden, Lieferanten, etc.)

Die Schnittstellen der Organisation nach außen werden immer stärker digitalisiert. Betrachten wir die Kundenseite. So wird diesem ein Portal zur Verfügung gestellt. Über dieses Portal erfolgt die Buchung von Leistungen bei dem Unternehmen. Ein Geschäft wird dadurch oftmals in Echtzeit und ohne Interaktion eines Mitarbeiters der leistungserbringenden Organisation erbracht. Betrachten wir den Kauf eines eBooks. Hier ist das vorher analoge Produkt Buch bereits digital. Der Kunde findet das Buch online, kauft es. Er bekommt es sofort geliefert. Die Abrechnung erfolgt sofort über ein digitales Zahlungsverfahren. Die Verbuchung erfolgt ebenfalls automatisch. Neben den Schnittstellen zur Kundenseite ist es heute häufig so, dass die Schnittstelle zu Lieferanten ebenfalls über Ausschreibungsplattformen erfolgt. Abhängig von der zu erbringenden Leistung ist der Digitalisierungsgrad höher.

Geschäftsprozesse

Betrachten wir Geschäftsprozesse, so sehen wir, dass diese im Zentrum einer digitalisierten Organisation stehen. Wenn Informationen von außen digital an die Organisation herangetragen werden, müssen diese digital weiterverarbeitet werden. Anhand von Businessregeln werden Wege durch die Prozesse hindurch definiert. Im Zentrum digitaler Prozesse müssen in Organisationen vor allem die folgenden drei Bereiche zusammenwachsen.

  • Regulatorische Abteilungen
  • IT-Plattform und
  • Prozessmanagement

Durch regulatorische Abteilungen werden eigentlich Businessregeln definiert, die in Geschäftsprozessen einzuhalten sind. Auf Basis moderner IT-Plattformen, die anhand des definierten Businessprozesses Applikationen ausleiten, hat man die Basis für eine volle Integration der drei Bereiche. Eine der führenden Technologien auf diesem Gebiet ist das Tools Sequence von PNMSoft.

Organisation

Während man in der Organisationstheorie Aufbau- und Ablauforganisation unterscheidet, werden sich durch die Digitalisierung die folgenden Änderungen ergeben:

  • Die Ablauforganisation tritt insgesamt in den Vordergrund.
  • Durch eine stärkere Prozessorientierung in Kombination mit Datenbanken ist die Kontrolle von Datenströmen entlang der Prozesskette eine immer stärkere Aufgabe von Führungskräften. Somit tritt die Prozessverantwortung in den Vordergrund.
  • Veränderung des Rollenbildes von Führungskräfte.
    Durch eine stärkere Automatisierung von Routineaufgaben und Prozessen ändert sich das Jobprofil von Sachbearbeitern hin zu Bearbeitern von Ausnahmen, die nicht entlang der definierten Prozesskette durchgeführt werden können. Somit kann man sich vorstellen, dass Führungskräfte auch eine Reihe von „automatisierten Rechnern“ führen. Bei gleicher Teamstärke wird durch die automatisierte Unterstützung die Verantwortung von Führungskräften größer.

IT Plattform

Blickwinkel Potentialanalyse

Die Anforderungen an IT-Plattformen sind aus heutiger Sicht, dass die Flexibilität dieser Plattformen enorm gesteigert werden muss. Organisationen, deren Prozesse zu einem großen Teil automatisiert sind, können viel leichter skalieren. Um mehr Geschäft zu machen muss man zur Not mehr Serverleistung einkaufen, um mehr Vorgänge in derselben Zeit zu bearbeiten. Anlernzeiten für Personal, Ausfallzeiten durch Krankheit und Urlaub entfallen. Die richtige IT-Plattform ist somit der kritische Wettbewerbsfaktor der Zukunft.

Die ABSC GmbH hilft Ihnen im Rahmen einer Potentialanalyse für Digitalisierung Ihre Prozesse im Hinblick auf Digitalisierung zu überprüfen.

 

Gelesen 555 mal Letzte Änderung am Freitag, 03 Februar 2017 12:23
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

Webseite: www.absc.de eMail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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