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"Kenne Deine Stakeholder!" - Erfolgreiches Stakeholdermanagement in vier Phasen (Teil II)

03. Mai 2013 By In Grundlagen
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Erfolgreiches Stakeholdermanagement Erfolgreiches Stakeholdermanagement ® iStock / bernjuer

Letzte Woche haben wir einen Blick auf die ersten zwei Hauptphasen eines erfolgreichen Stakeholdermanagements geworfen. Diese Woche geht es weiter mit den Phasen III, der Aktionsplanung und IV, dem Monitoring.

Phase III: Aktionsplanung
Nachdem man die Stakeholder und deren Situation in Phase I und II geklärt hat, geht es darum Strategien und Maßnahmen abzuleiten. Hierfür priorisiert man die Stakeholder in

- Stakeholder, die sofortige Aufmerksamkeit benötigen
- Stakeholder, die regelmäßiger Beobachtung unterliegen
- Stakeholder, die in größeren Abständen geprüft werden müssen.

Im Bezug auf die Stakeholdermap, die im ersten Teil dieses Artikels vorgestellt wurde, bedeutet dass eine Intensivierung der Maßnahmen von links unten nach rechts oben. Auszuführende Maßnahmen könnten sein: Schulungen, direkte/indirekte Informationen, Einbindung in Meetings oder gegebenenfalls den Ausschluss von "Störern".

Die Maßnahmen oder Beeinflussungsstrategien, die Projektleiter im Bezug auf Stakeholder ausüben können, lassen sich in drei Arten gliedern:

1) Partizipative Strategie, bei der der Stakeholder als Partner behandelt wird und aktiv in das Projekt eingebunden wird
2) Diskursive Strategie, was fortgeschrittene Fähigkeiten im Konfliktmanagement fordert, da man auf Verhandlungen mit den Stakeholdern setzt
3) Repressive Strategie, wie z.B. Machtpromotoren, die auf der Idee basieren, das Umfeld über Druck und Machtausübung zu steuern. (Die Ausführung dieser Strategie führt nicht selten zu Konflikten und stellt meist nur eine kurzfristige Lösung dar.)

Phase IV: Monitoring
Da Stakeholder im ständigen Austausch mit ihrem Umfeld stehen, können sich Positionen und Meinungen der Personengruppen im Laufe eines Projekts ändern. Aus diesem Grund ist ein regelmäßiges Monitoring durchzuführen, welches Veränderungen bezüglich der Stakeholder festellt. Fragestellungen sind: Gibt es neue Stakeholder? Waren die durchgeführten Maßnahmen erfolgreich? Gibt es Veränderungen im Bezug auf Interesse, Reaktion, Macht der Stakeholder?
Stakeholdermanagement ohne regelmäßiges Monitoring verliert seine Wirksamkeit, denn das Ergebnis der anfänglichen Analyse ist nur eine Momentaufnahme, die ohne Verfolgung im schlimmsten Fall sogar Schaden anrichten kann.

Eine Besonderheit, die Projektleiter beim internationalen Stakeholdermanagement während aller Phasen im Hinterkopf behalten müssen, sind kulturelle Besonderheiten bzw. lokale Gegebenheiten. So vermeidet man Missverständnisse.

Fazit: Stakeholdermanagement wird oft unterschätzt

Ein Projekt, basierend auf rein methodische, budgetäre oder personelle Fragen birgt Risiken. Ein erfolgreiches Projekt wird geleitet durch die Einstellung und Verhaltensweisen der Stakeholder, die mit ihren Erwartungen und Interessen direkt oder indirekt auf das Projektziel einwirken können. Ebenso wichtig ist es, das eigene Projektteam einen Überblick über die Stakeholdersituation zu geben. Wer alle vier Phasen gewissenhaft durchläuft, untermauert seinen Projekterfolg und befindet sich auf einem guten Weg.

Gelesen 5648 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 23 Mai 2013 15:46
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

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