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"Kenne Deine Stakeholder!" - Erfolgreiches Stakeholdermanagement in vier Phasen (Teil I)

26. April 2013 By In Grundlagen
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Erfolgreiches Stakeholdermanagement Erfolgreiches Stakeholdermanagement ® iStock / bernjuer

Ein Projekt wird geprägt durch die Zusammenarbeit der daran beteiligten Personen. Nachdem bei einem neuen Projekt Ressourcen geklärt wurden, folgt für Projektleiter die Aufgabe, relevante Personen und Personengruppen zu definieren. Diese Personengruppen, in der Fachsprache auch Stakeholder genannt, stehen oft in einem wechselseitigen und eventuell sogar angespannten Verhältnis zueinander, weshalb es umso wichtiger ist, professionelles Beziehungsmanagement (Stakeholdermanagement) als einen Projekt-Erfolgsfaktor einzusetzen. Wer die Zusammenarbeit mit den Stakeholdern ideal gestaltet, kann leichter tragbare Lösungen finden und nähert sich dem Projekterfolg einen großen Schritt.

Stakeholder und Auftraggeber sind nicht immer identisch

Der Begriff "Stakeholder" wird vom PMBOK® Guide 2008 wie folgt definiert: Eine Stakeholder ist "eine Person, Personengruppe oder eine Organisation, die aktiv am Projekt beteiligt ist oder durch den Projektverlauf oder das Projektergebnis beeinflusst wird" und "die gegebenenfalls den Projektverlauf oder das Projektergebnis beeinflussen kann." Schnell erkennt man, dass einer der wichtigsten Stakeholder eines Projekts der Auftraggeber ist. Der Begriff Stakeholder kann jedoch auch auf folgende Personengruppen eines Projekts passen:

- Späterer Anwender des Projektergebnisses
- Mitglieder des Projektkernteams
- Betriebsrat
- Öffentliche Verwaltungen
- Anwohner
- Umweltschutz- bzw. weitere Nichtregierungsorganisation

Eine Identifikation und Analyse der Stakeholder sind für jedes Projekt erforderlich, damit Synergien entstehen und Risiken beschränkt oder gar eliminiert werden können.

Die vier Phasen des Stakeholdermanagements

Stakeholdermanagement findet in vier Hauptphasen statt: Identifikation der Stakeholder, Analyse, Aktionsplanung und Monitoring

Phase I: Identifikation der Stakeholder
Oft ist die Identifikation der Stakeholder gerade zu Beginn eines Projektes relativ schwierig. Als Hilfe sollte man folgende Kernfrage stellen: Welche Personen(gruppen) berühren das Projekt in direkter oder indirekter Form? Um diese Frage zu beantworten, bietet es sich an, das Projektumfeld zu strukturieren, indem man klärt, welche Abteilungen (intern oder des Kunden) vom Projekt betroffen sind. Hilfreich ist es auch, festzustellen, welche Prozesse durch das Projekt geändert werden, um zu sehen, wer die betroffenen Personen sind. Des Weiteren sollte man sich die Frage stellen, ob es Gruppierungen gibt, die ein politisches, gesetzliches oder markttechnisches Interesse an dem Projekt haben könnten. Hierbei muss man sich auf das äußere Umfeld des Projekts konzentrieren, was durchaus der schwierigste Teil der Stakeholderidentifikation ist.

Phase II: Stakeholderanalyse
Wenn eine Liste der identifizierten Stakeholder aufgestellt wurde, muss nun die Frage nach dem jeweiligen Einfluss gestellt werden. Jeder Stakeholder sollte mit festgelegten Werten (Niedrig/Mittel/Hoch oder Negativ/Neutral/Positiv) auf deren Interesse, Reaktion und Macht geprüft werden.

Das Interesse an einem Projekt kann man hinterfragen, indem man sich überlegt, was sich für den Stakeholder durch das Projekt ändern könnte (z.B. Prozesse, Arbeitsumfeld, Werkzeuge, Positionen,...). Um die Reaktion der Stakeholder auf das Projekt zu messen, sollte man sich fragen, wie die Stakeholder auf die Veränderung reagieren werden. Eher positiv oder negativ? Muss mit Widerstand gerechnet werden?

Um die Macht, die Stakeholder auf ein Projekt haben, zu identifizieren, sollte man im Kopf behalten, dass Macht meist bei negativen Auswirkungen für die Stakeholder stärker ausgespielt wird.

Aus den Resultaten der Analyse kann man eine Stakeholdermap wie in diesem Beispiel erstellen:

Stakeholdermanagement

Lesen Sie in unserem nachfolgenden Artikel "Kenne Deine Stakeholder!" - Erfolgreiches Stakeholdermanagement in vier Phasen (Teil II)", wie man die Aktionsplanung und das Monitoring des Stakeholdermanagements gestaltet. 

Gelesen 7721 mal Letzte Änderung am Sonntag, 28 April 2013 13:13
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

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