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Reife- und Fähigkeitsgrade verstehen - Was verbirgt sich hinter CMMI?

15. November 2013 By In Methoden
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Prozessverbesserung Prozessverbesserung istock/ JanakaMaharageDharmasena

Das Ziel vieler Organisationen ist es, eine bessere Produktivität in Prozessen und Standardisierungen zu schaffen. Deshalb arbeiten viele Organisationen mit der Hilfe von Lifecycle- und Produktions-Prozesse, die die Standardisierungen vorantreiben sollen, wobei es unterschiedliche Ansätze gibt.

Die wichtigsten Ansätze sind RUP (=Rational Unified Process) als Produktionsprozess, ITIL (=IT Infrastructure Library) für das Lifecycle Management, Six Sigma zur frühen Fehlerursachenbekämpfung und CMMI (= Capability Maturity Model Integration) für Projekt-Organisationen. Wie man aus den vorhergehenden Artikeln im PM-Blog schließen kann, interessieren wir uns insbesondere für den CMMI-Ansatz, welcher heute etwas genauer betrachtet werden soll.

 

CMMI - Was ist das überhaupt?

Hinter dem Capability Maturity Model Integration verbirgt sich ein Prozessmodell (und keine Prozessbeschreibung). Es beschreibt also die Anforderungen an eine gute Produktentwicklung, definiert aber nicht wie die konkreten Schritte dazu auszusehen haben. Das Hauptziel der CMMI ist es, eine kontinuierliche Prozessverbesserung zu schaffen, wobei der Ansatz auf viele unterschiedliche Organisationen angewendet werden kann, da es keinen konkreten Entwicklungsprozess beschreibt. Innerhalb des CMMI-Ansatzes sind unterschiedliche "Fähigkeitsgrade" und "Reifegrade" festgelegt.

 

Hier eine Übersicht, was die einzelnen Grade beinhalten:

 

Unterschiede der Fähigkeitsgrade und Reifegrade beim CMMI-Ansatz

Während die Fähigkeitsgrade, genannt auch "capability levels" den Grad der Institutionalisierung eines Prozessgebiets definieren, umfassen die Reifegrade (maturity levels) Prozessgebiete, welche zu einem bestimmten Fähigkeitsgrad umgesetzt sein müssen. Wenn Sie ein Neuling auf dem Gebiet der Prozessverbesserung sind, dann spielt es zunächst keine Rolle, ob Sie sich für die Darstellung in Reifegraden oder in Fähigkeitsgraden entscheiden. Jede Darstellungsart hat seine eigenen Vorteile, weshalb es Unternehmen gibt, die beide nutzen.

Bei der Darstellung in Fähigkeitsgraden genießt die Organisation ein hohes Maß an Flexibilität. Die Organisation kann beispielsweise nur die Leistung eines ablaufbezogenen Problempunkts verbessern oder an mehreren Bereichen arbeiten. Bei der Darstellung in Fähigkeitsgraden können unterschiedliche Abläufe auch in verschiedenen Geschwindigkeiten verbessert werden, soweit sie sich nicht selbst untereinander durch Abhängigkeiten einschränken. Fähigkeitsgrade sind eine gute Wahl, wenn Sie bereits wissen, welche Abläufe Verbesserung bedürfen und auch über die Abhängigkeiten zwischen den Prozessgebieten keine Zweifel bestehen.

Wer sich für die Darstellung in Reifegraden entscheidet, der wählt eine systematische, strukturierte Methode, wobei das Erreichen jeder Stufe gewährleistet, dass ein ausreichendes Fundament für die nächste Stufe gelegt wird. Durch die Reifegrade gewinnen die Prozessgebiete an Klarheit und die Erreichung jedes Reifegrades stellt sicher, dass eine gute Grundlage für Verbesserungen in der nächsten Stufe besteht. Organisationen, die noch nicht sicher sind, welche Abläufe sie verbessern können, sollten sich für die Darstellung in Reifegraden entscheiden.

 

CMMI einführen – Die Wichtigkeit des Managements

Der erste wichtige Schritt in der Einführung des CMMI-Ansatzes in einer Organisation ist der starke Rückhalt des Managements. Ein Manager, der sich zur Prozessverbesserung verpflichtet hat, muss aktiv in die Maßnahmen eingebunden werden und geeignete Mitarbeiter für die Prozessverbesserungen auswählen, sowie die Prozessverbesserungen überwachen und adäquate Ressourcen sicherstellen. Die Auswahl eines geeigneten CMMI-Models und die Darstellungsmethode ist ebenso ein wichtiger Schritt, zu dem Sie Hilfe auf der Webseite des CMMI-Instituts erhalten können.

 

 

 

 

 

Gelesen 6146 mal Letzte Änderung am Dienstag, 07 Januar 2014 21:11
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

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