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Risikomanagement - Ein unverzichtbarer Bestandteil von Projekten I

14. Juni 2013 By In Prozesse
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Risikomanagement Teil 1 Risikomanagement Teil 1 ® iStock / pjmorley

Laut Statistiken werden etwa 43% aller Projekte teurer als anfangs erwartet und nur 36% der Projekte werden als "erfolgreich" klassifiziert. Die Ursache für diese Zahlen liegt meist am unzulänglich ausgeführten Risikomanagement.


Um Kontrolle über Projekte zu erlangen, muss man systematisch und proaktiv vorgehen. Wichtig dabei ist, dass man sich bei jedem Projekt auch mit den Risiken und Chancen, die das Projekt birgt, auseinandersetzt. Das ist der Punkt, wo das Risikomanagement einsetzt.

Unter Risiken versteht man Sachzwänge, die eintreten können und sich negativ auf das Projekt auswirken, da sie die Komponenten Termin, Kosten, Funktionsumfang und Qualität beeinflussen können.

Risikomanagement

Ein Risiko kann bei eine Definitionsversuch auch als Wagnis beschrieben werden. So beschreibt der Brockhaus (1998) „Risiko (...) das Wagnis, die Möglichkeit, dass eine Handlung oder Aktivität einen materiellen Schaden oder Verlust zur Folge hat oder mit Nachteilen verbunden ist." Im Unterschied dazu ist ein Problem zu sehen, dass eine unmittelbare Gefährdung der Projektziele darstellt. Probleme sind sozusagen realisierte Risiken, was dann für das Projekt einen Mehraufwand bedeutet.

"Mehraufwand" - Ein Begriff wovor Projektleiter oft zurückschrecken. Auch das Risikomanagement führt bei der Projektplanung zu zusätzlichem Arbeitsaufwand und zu einer gesteigerten Aufwandsabschätzung. Die gute Nachricht ist jedoch, dass bei professionellem Risikomanagement die resultierenden Abschätzungen realistischer sind, was automatisch zu niedrigeren Kosten und Aufwand am Ende des Projekts führt. In anderen Worten: Auch wenn die geschätzten Projektkosten mit Risikomanagement am Anfang höher sind, sind die tatsächlichen Projektkosten am Ende deutlich geringer als bei Projekten ohne Risikomanagement.

Risikoarten und Eintrittswahrscheinlichkeit

Die Einschätzungsparameter, die beim Risikomanagement verwendet werden, sind die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Auswirkungen auf Termine, Kosten, Materialien – das Schadensausmaß. Mithilfe der Risikomatrix nach Nohl lässt sich leicht darstellen, wie hoch ein Risiko ist:

Risikomanagement Risikomatrix

Quelle: Wikipedia

Um Risikomanagement durchzuführen ist es wichtig, die verschiedenen Risikoarten du häufig auftretende Risiken zu kennen. Häufig auftretende Risiken in Projekten sind in folgender Tabelle zusammengestellt:

Risikomanagement Risikoarten

Je nach Branche und Fachbereich bspw. IT-Projektmanagement, Investitionsprojekte, Organisationsprojekte etc. lassen sich noch weitere spezifische Risikogruppen definieren und spezifizieren.

Im nächsten Artikel werden wir uns anschauen, wie man Risiken auf deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen einstuft und welche Schritte beim Risikomanagement zu beachten sind.

 

Gelesen 3433 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 13 Juni 2013 14:30
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

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