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Risikomanagement - Ein unverzichtbarer Bestandteil von Projekten II

21. Juni 2013 By In Prozesse
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Risikomanagement Teil 2 Risikomanagement Teil 2 ® iStock / pjmorley

Letzte Woche drehte sich auf unserem Projektmanagement-Blog alles um das Risikomanagement. Wir haben gesehen, was ein Risiko eigentlich ist und welche Arten von Risiken bei Projekten eintreten können, beziehungsweise wodurch deren Eintrittsrisiko erhöht wird. (Hier geht´s zum ersten Teil unseres Artikels "Risikomanagement - Ein unverzichtbarer Bestandteil von Projekten)

Heute geht es in unserem zweiten Teil um die Errechnung der Risikoprioritätszahl und den fünf Prozessschritten, die das Risikomanagement umfassen.

Die Risikoprioritätszahl

Die Einstufung der Risiken erfolgt entlang der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkung des Risikos. Das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung definiert man als Risikoprioritätszahl. Die Skalen für die Eintrittswahrscheinlichkeiten (z.B. 10% = gering, 50% = mittel, 80% = hoch) und die Auswirkungen (10% = gering (Schaden von 10.000 € oder Terminverzug von 2 Wochen) definiert man gesondert je nach Projekt bzw. je Organisation. Wird eine gewisse Risikoprioritätszahl überschritten, müssen entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden. Für das Risikomanagement muss man einen Turnus definieren, in dem die Einstufungen jeweils aktualisiert werden.

Werden Risiken in Projekten nicht verfolgt, so treten häufig unvorhersehbare Probleme auf, was nicht selten zu erheblichen Projektverzögerungen führt. Realistische Planung sowie stabile Kommunikation gegenüber dem Projektsponsor sind dann nicht mehr möglich. Das Vertrauen in die Projektleitung sinkt und das Projekt ist in der Krise.

Risikomanagement in fünf Schritten

Der eigentliche Prozess des Risikomanagements gliedert sich dann in fünf Schritte. Zunächst geht es um die Identifizierung der Risiken, wozu der Risikomanager den Vertrag analysiert, Dokumentationen zu vergangen Projekten durchgeht, und eine Arbeitspaket-, Projektplan- und Kundenanalyse erstellt. Zur Risikoidentifizierung bietet sich ein Brainstorming mit dem Projektteam an.

Bei der Risikoanalyse geht es um die Analyse der Ursachen, der Eintrittswahrscheinlichkeit und der Auswirkung/Schaden, die ein Risiko mit sich zieht. Anschließend nimmt man eine Bewertung der Risiken vor, wobei man jedes Risiko einstuft und ihm einen Verantwortlichen zuordnet.

Der vierte Schritt des Risikomanagements ist die Maßnahmenerarbeitung, die Schäden reduzieren sollen und Risiken vermeiden sollen. Der letzte und fünfte Schritt, ist die Überwachung der Risiken. Hierbei werden regelmäßige Bewertungen durchgeführt, Maßnahmen erarbeitet und deren Wirksamkeit überwacht.

 

Risikomanagement Schritte

 

Zum Schluss noch einige Tipps, zum Risikomanagement: So wichtig dieses Thema auch ist, lassen Sie die Analyse nicht ausufern und konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Risiken. Halten Sie alle Ergebnisse der Risikoanalyse schriftlich fest. Falls es bei der Risikoidentifikation zu Schwierigkeiten kommen sollte, zögern Sie nicht, einen Spezialisten oder Beteiligte aus anderen Projekten hinzuzuziehen.

Nächste Woche, in unserem dritten Teil rund um das Thema Risikomanagement, halten wir für Sie einen Risikografen zum Herunterladen bereit. Es lohnt sich also, mal wieder reinzuschauen. 

 

Gelesen 2970 mal Letzte Änderung am Freitag, 21 Juni 2013 07:55
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

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