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PM Regel - Reiten Sie keine toten Pferde

31. Januar 2013 By In Regeln
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PM Regel - Reiten Sie keine toten Pferde PM Regel - Reiten Sie keine toten Pferde ® iStock / dimj



AusgangssituationSoweit zur Theorie. Wie sieht es in der Praxis aus? Unter wirtschaftlichem Druck werden vielfach Projekte unter suboptimalen Bedingungen begonnen. Beispielsweise können diese häufig nur durch Termin- oder Preiszugeständnisse gewonnen werden. Das Risiko steigt somit enorm, während des Projektverlaufs in Schwierigkeiten zu geraten.

Wann ist ein Projekt in einer Krise? Sie stellen fest, dass Sie es nicht unter den vertraglich vereinbarten Rahmenbedingungen realisieren können. Insbesondere haben Sie folgende Schwierigkeiten:

  • Abweichungen von der Budgetierung
  • Termine können nicht eingehalten werden
  • Nicht alle Anforderungen können erfüllt werden

Die Schwellenwerte für die maximalen Abweichungen müssen zu Projektbeginn durch das Risikomanagement definiert werden. Beispielsweise kann abhängig von der Projektdauer eine Projektverzögerung von einem Tag sehr viel oder von einem Monat sehr wenig sein.



HandlungsempfehlungRisiken haben sich realisiert und Ihr Projekt ist in einer Krise. Wie verhält man sich als Projektverantwortlicher in einer solch prekären Situation, auch unter dem Aspekt Kundenbeziehungen nicht zu belasten?
Oberste Priorität ist es, Ruhe zu bewahren. Treffen Sie keine übereilten Entscheidungen. Analysieren Sie die Abweichungen zwischen Soll und Ist nach dem Ursache-Wirkungsprinzip. Sofern Sie Informationen aufbereiten können, erstellen Sie einen Maßnahmenkatalog.

Die Ursachen für eine Krise können sehr vielfältig sein.

  • Kommunikation – Wissensasymmetrien unter den Mitarbeitern führen zu Verwirrung und hindern daran effizient zu arbeiten.
  • Ressourcenverfügbarkeit
  • Nicht identifizierte Risiken
  • Mangelnde Planung
  • Nicht vollständige Anforderungen



HindernisseIn einer solchen Situation ist nüchtern zu bewerten, mit welchem Mehraufwand das Projekt zu realisieren ist. Ist der Projektsponsor bereit, die Kosten jetzt oder später dafür zu übernehmen? Erstellen Sie eine Schätzung des Worst- und Best-Case Szenarios. Binden Sie Ihren Projektsponsor offen und frühzeitig ein und machen Sie Ihn zum Partner. Nichts ist für den Sponsor schlimmer als eine Salamitaktik, in der er scheibchenweise von immer neuen Problemen erfährt. Dies führt bei angeschlagenen Projekten oftmals zu einem langen Leidensweg für beide Seiten. Dann reiten Sie ein Pferd, das bereits tot ist.

Gelesen 2074 mal Letzte Änderung am Sonntag, 03 Februar 2013 21:06
Carsten Tauss

Carsten Tauss ist Geschäftsführer der ABSC GmbH, eines Beratungs- und Realisierungspartners im Bereich Projektmanagement. Seit 2001 ist er im Umfeld des Projektmanagements aktiv und hat sowohl praktische als auch theoretische Erfahrungen in diesem Umfeld. Projekte hat er in unterschiedlichen Rollen, als Projektmanager, als Projektleiter oder auch als Berater und Trainer durchlaufen. Er hat am V-Modell XT mitentwickelt und mehrere Konferenzbeiträge in diesem Umfeld verfasst. Weiterhin ist er 2012 ins Programmkomitee der internationalen Konferenz zum S-BPM ONE (Subject oriented Business Process Management) berufen worden.  

Webseite: www.absc.de eMail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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